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Wir machen aus Artikel 13 den Artikel 1337!

Wir machen aus Artikel 13 den Artikel 1337!

Hört sich lame an, ist aber wichtig

Europarecht hat lange Zeit leider niemanden richtig interessiert. Viele Entscheidungen wurden da in den Kämmerchen getroffen, die oft aber weitreichende Folgen hatten. Durch die Debatte um Artikel 13 und Artikel 11 der Urheberrechtsreform hat sich das grundlegend verändert (wir berichteten). In der letzten Woche wurde die Petition „Stoppt die Zensurmaschine – Rettet das Internet! #Uploadfilter #Artikel13”  auf Change.org mit insgesamt knapp 5 Millionen Unterschriften aus der ganzen EU an die Justizministerin Katarina Barley übergeben. Viele Menschen setzen sich dafür ein, dass die Filter noch verhindert werden. Denn die geplanten Uploadfilter könnten das Internet, wie wir es kennen, kaputt machen.

This could be the end of the World… of Memecraft

Die Zensurmaschine ist eine Bedrohung für die Inhalte auf Imageboards und Video-Plattformen. Die Hoster sollen selbst direkt haftbar für die Inhalte auf den Plattformen gemacht werden und wären in Zukunft gezwungen Content-Filter einzubauen. Präventiv werden alle Videos entfernt, die geschützte Inhalte enthalten könnten. Das Prinzip der Unschuldsvermutung zählt da nicht mehr. Lange war das Internet ein Hort von freier, kreativer und satirischer Aneignung von Inhalten, doch damit ist dann Schluss. Endlos zitieren sich Memes gegenseitig und so richtig weiß niemand, wo es angefangen hat und das ist doch das Gute daran! Es ist sicher, dass die großen Konzerne, die ihre Inhalte im großen Stil schützen, am meisten von der Regelung profitieren. Die Tech-Giganten könnten kleineren Unternehmen sogar ihre Content-Filter teuer verkaufen. Es ist aber unklar ob und wie sehr sie freien Kunstschaffenden nützen werden. Statt Artikel 13 bräuchte es ein zeitgemäßes Urheberrecht, das die kreative Vielfalt im Internet (und überall) anerkennt.

Oder anders gesagt: Aus Artikel 13 lieber einen Artikel 1337 machen!

Doch die Verhinderung der Uploadfilter wird schwer. Der Gesetzesentwurf ist schon durch mehrere Gremien bestätigt worden und bisher wurden nur kleine Veränderungen erreicht. Wenn sich nicht noch mehr Widerstand regt, wird es womöglich so weitergehen. Die finale Abstimmung könnte Ende März erfolgen und bis dahin ist noch einiges zu tun. Den Gegner/innen der Reform bleiben vor allem noch zwei Möglichkeiten sich zu wehren: Anrufen und Demonstrieren. Unter Pledge2019 wird aufgerufen, die Abgeordneten mit Telefonanrufen zu einem anderen Votum zu bewegen. Und in vielen Städten (bestimmt auch in Deiner Stadt, z.B. in Frankfurt) sind für den 23.03. Demonstrationen geplant, um ein Zeichen gegen die Filter zu setzen. Aus dem (noch freien) Internet in die starren Köpfe der Abgeordneten – das ist ambitioniert, aber wir nehmen’s einfach sportlich – denn eSport ist Sport.

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